Europastadt Görlitz/Zgorzelec

Die Kreisstadt Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands und die größte Stadt der Oberlausitz. Sie liegt an der Lausitzer Neiße, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Grenze zu Polen festgelegt wurde. Der östlich des Flusses gelegene Teil der Stadt gehört seitdem als eigenständige Stadt Zgorzelec zum Nachbarland. 
Wegen der Teilung wurde Görlitz gemeinsam mit Zgorzelec 1998 zur Europastadt erklärt. Sie liefern ein Beispiel dafür, wie die Menschen zweier Nationen Grenzen überwinden können.

Erste Siedlungen lassen sich für die Region bereits für die späte Jungsteinzeit nachweisen. Auf römische Spuren weisen Funde von Bronzemünzen aus der späten Kaiserzeit hin. Nach dem das Gebiet während der Völkerwanderung verlassen wurde, siedelten sich erst ab dem 7. Jahrhundert wieder slawische Stämme an. Aufgrund des Konflikts zwischen Böhmen, Polen und dem Heiligen Römischen Reich kam es zu häufigen Herrschaftswechseln, was die Entwicklung der Siedlungen hemmte.

Durch die Teilung Schlesiens nach dem Ersten Weltkrieg kam Görlitz zur westlichen Provinz Niederschlesien. Während der Zeit des Nationalsozialismus scheiterte der Versuch, die Synagoge zu zerstören, so dass Görlitz heute über eines der wenigen unversehrten jüdischen Gotteshäuser Sachsens verfügt.
Nach der Teilung der Stadt nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt, durch die Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Volksrepublik Polen und der Deutschen Demokratischen Republik über die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze international bekannt. Mit der Wiedervereinigung erkannt die Bundesrepublik diese Grenze endgültig an und Görlitz wurde eine kreisfreie Stadt im neugebildeten Regierungsbezirk Dresden.